Ein klar definiertes Einordnungssystem fördert die Reflexion der eigenen künstlerischen Entwicklung und erleichtert die Kommunikation nach außen. Legen Kunstschaffende zu Lebzeiten eine Einteilung ihres Œuvres fest, erleichtert dies Nachlasshalter:innen die Einordnung, Bearbeitung und Verwaltung der Werke im Sinne der ursprünglichen Intentionen. Die Auswahlkriterien sollten regelmäßig überprüft und das Werk- oder Nachlassprofil kontinuierlich hinterfragt werden, etwa im Rahmen von Ausstellungen, Publikationen oder wissenschaftlicher Arbeiten.
Bei Nachlässen ohne Einordnungen kann es schwierig sein, den Willen der Künstler:innen nachzuvollziehen und die Werke sinnvoll zu klassifizieren. Da wichtige Kenntnisse und Expertise oft im Kreis von Künstlerkolleg:innen oder anderen mit dem Werk vertrauten Personen, etwa ehemaligen Galerist:innen, liegen, kann es hilfreich sein, den Bestand gemeinsam zu sichten und somit Unterstützung bei der Einteilung zu erhalten. Ergänzend ist es ratsam, Expert:innen wie Kunsthistoriker:innen hinzuzuziehen, um fundierte Entscheidungen zur Einordnung und Präsentation des Werks zu treffen.