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Fotografische Dokumentation

Eine begleitende fotografische Dokumentation ist essenziell für die Werkdokumentation. Für die Erfassung zu dokumentarischen Zwecken genügen in der Regel einfache Handyfotos. Hochauflösendere Bilder sind vor allem dann erforderlich, wenn Werke für Publikationen oder Portfolios genutzt werden sollen. Dieses Kapitel zeigt, worauf bei der Fotodokumentation zu achten ist, um eine verlässliche und praktikable Erfassung sicherzustellen.

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Technische Voraussetzungen
  • Kamera: eine hochauflösende Digitalkamera oder ein Smartphone mit entsprechender Kameraqualität
  • Licht: eine gleichmäßige, schattenfreie Beleuchtung (idealerweise mittels Tageslicht oder neutralen LED-Lampen; kein direktes Licht)
  • Hintergrund: ein einfarbiger, neutraler Hintergrund (z.B. eine weiße oder graue Wand bzw. Unterlage, neutrale Stoffe oder Papierrollen)
  • Stativ: vermeidet das Verwackeln und sorgt für konsistente Aufnahmen (es sind auch kostengünstige Stative/Overheadstative für Handykameras erhältlich)
Aufnahmetechnik
  • Frontalaufnahme: Das Werk sollte möglichst verzerrungsfrei von vorne fotografiert werden.
  • Detailaufnahmen: Wichtige Merkmale wie Signaturen, Oberflächenstrukturen oder besondere Techniken sollten dokumentiert werden. Fotografieren Sie diese gegebenenfalls aus verschiedenen Perspektiven, um relevante Details vollständig zu erfassen.
  • Rückseite: Bei Gemälden oder Objekten können auf der Rückseite relevante Informationen vorhanden sein (z.B. Provenienzvermerke, Titel oder Notizen, Signaturen oder Datierungen).
  • Größen- und Farbvergleich: Ein Maßstab sowie eine Farbkarte/Graukarte neben dem zu fotografierenden Objekt helfen dabei, die Dimensionen und Farben korrekt zu erfassen.
Dateiformat & Speicherung
  • Dateiformat: TIFF-Dateien (stabiler als JPEG-Dateien) z.B. für Print-Publikationen, kleinere Versionen für den digitalen Gebrauch
  • Dateibenennung: nach einem einheitlichen System (z.B. „Nummer_Urheber_Titel_Jahr.jpg“)
  • Metadaten: Die Bilddateien können auch weitere wichtige Informationen enthalten (z.B. Abmessungen oder Fotograf:in).
  • Sicherung: Speicherung auf mehreren Medien (siehe die 3-2-1-Backup-Regel)


Erb:innen können meist erst nach Abschluss des Verlassenschaftsverfahrens über Geräte wie Computer oder Festplatten verfügen. Es ist sinnvoll, den Zugang zum digitalen Archiv schon zu Lebzeiten zu regeln, zum Beispiel mit einem Passwortmanager, der eine geschützte Verwaltung und Notfallzugänge für Vertrauenspersonen ermöglicht. Alternativ kann eine Zugangsliste an einem sicheren Ort hinterlegt und mit einer Vertrauensperson geteilt werden.

3-2-1-Backup-Regel

Die 3-2-1-Backup-Regel der digitalen Archivierung empfiehlt, regelmäßig Backups Ihrer Daten zu erstellen, und setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

  • Drei Ausführungen Ihrer Daten: Erstellen Sie mindestens zwei Backups (Kopien) Ihrer Dateien.
  • Zwei verschiedene Speichertypen: Die Kopien sollten in zwei unterschiedlichen Speichersystemen verwahrt werden (z.B. interne Festplatte, externe Festplatte oder Cloud-Backup).
  • Eine „Offsite-Kopie“: Mindestens eine Datenkopie sollte an einem externen Ort aufbewahrt werden, um sicherzustellen, dass lokale Schäden (durch Hochwasser, Feuer etc.) nicht alle Datenkopien beeinträchtigen.

Expert:innen

Das Forum Vor/Nachlass unterstützt Sie gerne bei der Suche und Auswahl von Fotograf:innen und kann diese bei Bedarf vermitteln.

Tipp: Es ist teilweise nicht erforderlich, für alle Werke dauerhaft eine:n Fotograf:in zu engagieren; unter Umständen genügt ebenfalls eine gezielte Einschulung durch eine:n Fotograf:in für Sie oder Ihre Mitarbeitenden, um das notwendige fachliche Know-how zu vermitteln.