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Zielsetzung

Nach Abschluss der Bestandsaufnahme ist es entscheidend, das weitere Vorgehen klar zu strukturieren. Dazu gehört zunächst, die Motivation der Vor- bzw. Nachlasshalter:innen zu erfassen, um daraus ein realistisches Hauptziel abzuleiten. Die Zielsetzung sollte auf die vorhandenen Ressourcen und den tatsächlichen Zustand des Vor- oder Nachlasses abgestimmt sein, sodass die Maßnahmen effizient umgesetzt werden können. Auf dieser Basis lässt sich schließlich ein Zeitplan entwickeln, der langfristige, mittelfristige und kurzfristige Ziele miteinander verbindet, Fortschritte sichtbar macht und den Gesamtprozess überschaubar hält.

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Motivation

Die Motivation der Vor- bzw. Nachlasshalter:innen bildet die Basis jeder Projektplanung. Zunächst muss geklärt werden, warum der Nachlass aufgearbeitet wird: zur Entlastung potenzieller Erb:innen, zur Bewahrung des Werks, zur Sicherung historischer Erkenntnisse oder zur Sichtbarmachung kultureller Wirkung. Die Kenntnis der Motivation ermöglicht eine realistische Zieldefinition und einen klar abgegrenzten Projektumfang. Ebenso entscheidend ist die Einordnung bestehender Erwartungen: Bisherige Nutzung, Rezeption und kunsthistorische Bedeutung steuern die Priorisierung der Maßnahmen und verhindern unnötigen Ressourceneinsatz.

Schlüsselziel

Auf Basis der Motivation kann das Hauptziel formuliert werden. Dieses sollte beschreiben, welche Ergebnisse erreicht werden sollen. Beispiele sind die geordnete Inventarisierung des Vor- oder Nachlasses, die Sicherung von Erhaltungszustand und Substanz, die Vorbereitung für Ausstellungen oder die wissenschaftliche Dokumentation. Für die Zielsetzung ist es wichtig, die folgenden Aspekte zu berücksichtigen:

  • Aufarbeitungsstand: Wie weit ist der Vor- oder Nachlass bereits inventarisiert oder restauriert?
  • Erwarteter Nutzen: Wer soll von den Maßnahmen profitieren – Erb:innen, Öffentlichkeit, Forschung?
  • Ressourcen: Welche personellen, materiellen oder finanziellen Mittel stehen zur Verfügung?
  • Priorisierung: Welche Aufgaben sind dringend, welche können in Etappen umgesetzt werden?

Die Zielsetzung sollte klar und realistisch formuliert sein.

Zeitplan

Auf dieser Basis kann ein Zeitplan erstellt werden, der langfristige, mittelfristige und kurzfristige Ziele umfasst:

  • Langfristige Ziele können vage gehalten werden und definieren die übergeordnete Ausrichtung.
  • Mittelfristige Etappenziele konkretisieren diese Ausrichtung und machen Fortschritte sichtbar, z. B. die Inventarisierung einzelner Werkgruppen oder die Vorbereitung einer kleineren Ausstellung.
  • Kurzfristige Ziele sollten stets konkret sein und an die verfügbaren zeitlichen wie finanziellen Ressourcen angepasst werden. Dazu gehört auch die Abklärung, ob die gesetzten Ziele unmittelbar realisierbar sind oder zusätzliche Mittel erforderlich sind, wie:
    • weitere Materialien (wie z.B. Regale, säurefreie Mappen etc.)
    • weitere Lagerfläche
    • externe Hilfe (z.B. von Familienmitgliedern, Freund:innen oder Kolleg:innen, aber auch von externen Mitarbeiter:innen oder Berater:innen).

Ein gut strukturierter Zeitplan verhindert, dass das Projekt überfordernd erscheint, sorgt für nachvollziehbare Fortschritte und erleichtert die Kommunikation mit allen Beteiligten.

Wissenswert

Es hilft, den Wunsch der Vor- bzw. Nachlassaufarbeitung im eigenen Umfeld bekanntzumachen und sich mit der Familie, Freund:innen, Künstlerkolleg:innen, vorallem aber mit der jeweiligen Galerienvertretung oder anderen Vor- und Nachlasshalter:innen auszutauschen. Die Verankerung eines solchen Projekts in einer Gemeinschaft kann dazu beitragen, den Prozess zu stabilisieren und zu sichern. Bitten Sie gegebenenfalls Kolleg:innen, Freund:innen oder Familienmitglieder, Sie mit möglichst klar definierten Tätigkeiten oder Hilfeleistungen bei Ihrem Vorhaben zu unterstützen.