Grundlegendes Vergabekonzept
Für die Vergabe der Werke ist zunächst ein gezieltes Konzept erforderlich. Idealerweise wird eine Verteilungsstrategie gemeinsam mit dem:der Künstler:in selbst erarbeitet. Frühzeitig formulierte Intentionen und klar gesetzte Weichen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, das Werk langfristig in institutionellen oder diskursrelevanten Kontexten zu verankern. Idealerweise existiert bereits eine Evaluierung der Werke (vgl. Evaluierung) und ein ausgearbeitetes Vor- bzw. Nachlassprofil mit definierten Anlaufstationen (vgl. Profilbildung), auf deren Grundlage das Vergabekonzept entwickelt und gegebenenfalls in Abstimmung mit Expert:innen verfeinert werden kann.
Private Weitergabe im familiären Umfeld
Einzelne Werke mit besonderem emotionalem Wert können innerhalb des familiären oder persönlichen Umfelds weitergegeben werden.
Falls eine institutionelle Vergabe angestrebt wird, sollte jedoch darauf geachtet werden, zentrale Hauptwerke vorerst zusammenzuhalten und für den musealen Kontext zu sichern, um die öffentliche Relevanz und langfristige Sichtbarkeit des Nachlasses nicht zu gefährden.
Institutionelle Weitergabe
Auf Grundlage von Vor- bzw. Nachlassprofil und Netzwerk lassen sich geeignete Kooperationspartner:innen sowie Empfängerinstitutionen identifizieren.
Eine Möglichkeit besteht darin, Hauptwerke oder Kontextmaterialien an Institutionen zu vermitteln, in deren Sammlungen bereits Arbeiten des:der Künstler:in Eingang gefunden haben. In solchen Fällen steigt meist die Bereitschaft, den Bestand gezielt zu erweitern und das Werk weiter zu kontextualisieren.
Aber auch Institutionen, die bislang keine Werke des:der Künstler:in besitzen, jedoch ein erkennbares Interesse an einer vertiefenden Auseinandersetzung zeigen, kommen in Betracht. Wesentliche Auswahlkriterien sind hierbei die Sammlungsschwerpunkte, thematische Ausrichtung und kuratorische Leitlinie der jeweiligen Institution.
Die bewusste Verteilung des Nachlasses auf verschiedene Sammlungen mit diversen Programmatiken ermöglicht eine breitgestreute Rezeption des Werks. Unterschiedliche institutionelle Kontexte können neue Perspektiven eröffnen und tragen dazu bei, dass das Werk dauerhaft präsent bleibt und weiterentwickelt wird.
Zur gezielten Ansprache infrage kommender Institutionen empfiehlt sich hierbei die Erstellung eines Portfolios. Dieses sollte das Werkprofil prägnant zusammenfassen und auf die inhaltlichen Schwerpunkte der jeweiligen Sammlung abgestimmt sein, um die Anschlussfähigkeit und Relevanz überzeugend darzulegen.
Portfolio
Umfang: ca. 20 Seiten
Gestaltung: nicht zu aufwendig, aber auch nicht achtlos
Inhalt:
- Lebenslauf (CV)
- Ausstellungsliste
- Angabe, in welchen Sammlungen der:die Künstler:in vertreten ist
- Nach Möglichkeit ein prägnanter Text über das künstlerische Werk einschließlich der verschiedenen Werkphasen (max. zwei Seiten)
- Umfang des Vor- oder Nachlasses, einschließlich der Werkgruppen und Techniken
- Kontakt- und Besitzinformationen
- ca. 20 Abbildungen des Werks
- Optional: Erwähnung der Erwartungen, die an das Konvolut gebunden sind